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FAQ

Hier findest du die Antworten zu den meist gestellten Fragen.

Die Komplementärtherapie (KT) in der Schweiz ist ein eigenständiger, anerkannter Berufszweig, der darauf abzielt, die Selbstregulation und Selbstheilungskräfte der Klientinnen und Klienten zu fördern. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches Menschenbild, das physische, emotionale, geistige und seelische Aspekte berücksichtigt. Sie ist von allen Schweizer Krankenkassen (Zusatzversicherung) anerkannt.

Entstehung und Anerkennung

Die KT entstand aus dem Bedürfnis, die Vielzahl unterschiedlicher seriöser und nicht so seriöser Therapieangebote zu strukturieren und deren Qualität zu sichern. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Dachverbände und Institutionen wurde ein einheitliches Berufsbild entwickelt. Seit 2015 können KomplementärTherapeut:innen mit einem eidgenössischen Diplom abschliessen, was die offizielle Anerkennung und Standardisierung des Berufs unterstreicht. 

Ausbildung und Qualitätsstandards

Die Ausbildung zur KomplementärTherapeut:in ist eine mindestens dreijährige Zusatzausbildung und umfasst eine fundierte Schulung in medizinischen Grundlagen, Praxismanagement, Kundenbetreuung, Persönlichkeitsentwicklung und Supervision. Zusätzlich wählen die Auszubildenden eine spezifische Therapiemethode, wie beispielsweise Kinesiologie, in der sie umfassend geschult werden. Praktische Erfahrungen und eine Abschlussarbeit sind ebenfalls Bestandteil der Ausbildung. Die Zertifizierung erfolgt über das Erfahrungsmedizinische Register (EMR), das seit 1999 Qualitätsstandards in der Erfahrungsmedizin etabliert und überwacht.

Werte und Prinzipien der Komplementärtherapie

  • Qualität und Weiterbildung: Kontinuierliche Fortbildung und Qualitätssicherung sind zentrale Elemente, um den hohen Standard der Therapie sicherzustellen.
     

  • Transparenz: Klient:innen werden stets über die angewandten Methoden und den Therapieprozess informiert, um ein vertrauensvolles Verhältnis zu gewährleisten.
     

  • Förderung der Autonomie: Das Ziel der KT ist es, die Selbstständigkeit der Klient:innen zu stärken, sodass sie eigenverantwortlich einen gesunden Lebensstil und innere Balance erreichen können.
     

  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte und Selbstregulation: Durch die Therapie werden die natürlichen Heilungsprozesse des Körpers aktiviert, unterstützt und gefördert.
     

  • Ganzheitliches Denken: Die KT betrachtet den Menschen in seiner Gesamtheit und berücksichtigt das interaktive Zusammenspiel von Körper, Emotionen, Geist, Seele und Umfeld/Umwelt.
     

  • Klientenzentriert und zielorientiert: Die individuellen Bedürfnisse und Ziele der Klient:innen stehen im Mittelpunkt der Therapie.
     

Durch diese Werte und Prinzipien leistet die Komplementärtherapie einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsförderung und zum Wohlbefinden der Menschen in der Schweiz.

Was ist Kinesiologie?

Die Kinesiologie wurde in den 1960er Jahren von dem amerikanischen Chiropraktiker George Goodheart entwickelt und hat sich seitdem weltweit in zahlreiche verschiedene Richtungen weiterentwickelt. Diese Vielfalt verbindet oft nur noch der Muskeltest, der als zentrales Werkzeug zur Kommunikation mit dem System des KlienIn dient.

Der Muskeltest basiert auf der Propriozeption, also der Fähigkeit des Körpers, Position, Spannung und Bewegung über spezialisierte Rezeptoren wahrzunehmen. In den Muskeln, Sehnen und Gelenken befinden sich Propriozeptoren, darunter Muskelspindeln und das Golgi-Sehnenorgan, die kontinuierlich Informationen über den Spannungszustand eines Muskels an das Nervensystem senden.

In der Kinesiologie wird genau dieses natürliche biofeedbackartige System genutzt: Der/die KinesiologIn reizt gezielt über mechanische Impulse die Muskel-Gehirn-Verbindung, indem der Muskelbauch verkürzt, verlängert oder durch Druck stimuliert wird. Das Gehirn verarbeitet diese Reize in Echtzeit und sendet eine Antwort zurück, die sich in einer spürbaren Muskelreaktion äussert – einer starken oder schwachen Antwort. Ein erfahrener Kinesiologe nutzt diese Reaktionen, um den funktionellen Zustand des Systems zu „lesen“, Blockaden zu erkennen und eine gezielte Regulation einzuleiten.

Wichtig ist, dass die Kinesiologie keine esoterische Praxis ist, sondern auf den neurophysiologischen Prinzipien der Muskelsteuerung und sensorischen Wahrnehmung basiert. Ein professionell arbeitender Kinesiologe testet nicht einfach „energetisch“ oder zufällig, sondern wendet den Muskeltest gezielt an, indem die Propriozeption bewusst ausgelöst wird, um eine klare Rückmeldung vom Nervensystem des Klienten zu erhalten.

Qualität & Methodik in der Kinesiologie

Wie in jedem Berufsfeld gibt es auch in der Kinesiologie grosse Unterschiede in der Ausführung: Ein erfahrener Kinesiologe hat ein tiefes Verständnis für die physiologischen Zusammenhänge des Körpers, erkennt Blockaden nicht nur durch den Muskeltest, sondern auch durch ein umfassendes Wissen in Anatomie, Pathologie und den Wechselwirkungen zwischen physischen, emotionalen und mentalen Ebenen.

Zu den grundlegenden Werten der professionellen Kinesiologie gehören:
Qualität & Weiterbildung – Fundiertes Wissen und kontinuierliche Schulung sind essenziell.
Transparenz & Kommunikation – Klienten werden stets informiert, was getestet wird & warum.
Förderung der Autonomie – Ziel ist es, dass Klient:innen langfristig selbstständig ihre Balance halten können.
Ganzheitliches Denken – Der Mensch wird als vernetztes System betrachtet, in dem Körper, Geist, Emotionen & Umfeld interagieren.

Die Kinesiologie ist heute weltweit anerkannt und wird in verschiedenen medizinischen, therapeutischen und beratenden Kontexten eingesetzt – von der Gesundheitsförderung über die Stressbewältigung bis hin zur Leistungssteigerung im Sport.

Was ist der Orthomolekulare Ansatz?

Der orthomolekulare Ansatz fokussiert sich auf die optimale Versorgung des Körpers mit essenziellen Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fettsäuren. Ziel ist es, durch eine ausgewogene Zufuhr dieser Substanzen das biochemische Gleichgewicht zu unterstützen und somit die Gesundheit zu fördern. 

Dieser Ansatz wurde massgeblich von Linus Pauling geprägt, der den Begriff "orthomolekular" einführte. Er definierte die orthomolekulare Medizin als die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit verantwortlich sind.

 

In der Komplementärtherapie wird der orthomolekulare Ansatz genutzt, um die Selbstheilungskräfte des Körpers zu unterstützen. Durch eine gezielte Anpassung der Mikronährstoffzufuhr kann das Wohlbefinden gesteigert und die Genesung gefördert werden. Es ist wichtig zu betonen, dass dieser Ansatz individuell angepasst wird und darauf abzielt, die spezifischen Bedürfnisse jeder Person zu berücksichtigen.

Hinweis: Die Anwendung des orthomolekularen Ansatzes sollte stets in Absprache mit qualifizierten Fachpersonen erfolgen, um eine sichere und effektive Unterstützung der Gesundheit zu gewährleisten.

Was ist der Neuro-Physiologische Ansatz?

Der neurophysiologische Ansatz betrachtet die Wechselwirkungen zwischen Nervensystem, Körper und Verhalten. Er basiert auf der Erkenntnis, dass unsere körperlichen, emotionalen und mentalen Prozesse durch neuronale Steuerungsmechanismen beeinflusst werden. Durch gezielte Reize und Übungen kann die Funktionalität des Nervensystems verbessert, Stress reguliert und Selbstheilung aktiviert werden.

Anwendung in Coaching & Therapie

  • In der Komplementärtherapie wird der Ansatz genutzt, um über den Muskeltest gezielt mit dem Nervensystem zu kommunizieren. Durch die Aktivierung von Propriozeptoren in Muskeln & Gelenken gibt das Gehirn direkte Rückmeldungen über Spannungen, Blockaden oder Ungleichgewichte.

  • Im Coaching hilft der neurophysiologische Ansatz, Stressreaktionen bewusst zu steuern, Resilienz aufzubauen und Denk- & Verhaltensmuster nachhaltig zu verändern. Techniken wie gezielte Bewegungen, Atemübungen oder somatische Wahrnehmung verbessern die Regulation des Nervensystems.

Wissenschaftliche Grundlagen & Zielsetzung

  • Die Neurophysiologie untersucht, wie das Nervensystem Reize verarbeitet und Körperfunktionen steuert.

  • Ziel ist es, über bewusste körperliche Aktivierung eine nachhaltige Veränderung auf emotionaler & mentaler Ebene zu ermöglichen.

  • Durch gezielte Methoden kann die Selbstregulation gestärkt, Stress reduziert & die Lebensqualität verbessert werden.

Der neurophysiologische Ansatz ist keine reine Theorie – er basiert auf konkreten, wissenschaftlich erforschten Mechanismen, die in Therapie & Coaching praktisch anwendbar sind, um den Körper als Ressource für Veränderung zu nutzen.

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