Resilienz & Emotionen – Wie du deine Emotionen lenkst und dadurch deine innere Stärke entwickelst
- Iris-Angelika Dittrich
- 26. März
- 3 Min. Lesezeit
Emotionen vs. Gefühle – Der feine, aber entscheidende Unterschied
Emotionen und Gefühle werden oft gleichgesetzt, doch es gibt einen bedeutenden Unterschied: Emotionen sind unbewusste, körperliche Reaktionen, während Gefühle die bewusste Bewertung dieser Emotionen sind.
1️⃣ Emotionen sind physiologische Reaktionen. Sie entstehen blitzschnell im limbischen System, insbesondere in der Amygdala, und rufen körperliche Veränderungen hervor:
Herzklopfen, Zittern (bei Angst)
Erröten, schnelle Atmung (bei Freude oder Aufregung)
Erstarren, Muskelanspannung (bei Schock oder Wut)
Diese Reaktionen geschehen automatisch und sind nicht steuerbar.
2️⃣ Gefühle entstehen durch bewusste Interpretation. Unser präfrontaler Kortex bewertet die Emotion und gibt ihr eine Bedeutung:
Herzklopfen + Gefahrbewertung = Angst
Herzklopfen + Freude-Erwartung = Aufregung/Vorfreude
Schnelle Atmung + Kontrollverlust-Bewertung = Panik
Hier liegt unser Einfluss: Wir können Emotionen nicht verhindern, aber wir können bewusst die Interpretation verändern – und damit das entstehende Gefühl.
Wie Emotionen meine Resilienz beeinflussen
Emotionen bestimmen unser Erleben und Verhalten. In einem ersten Moment sind wir ihnen ausgeliefert – denn sie sind eine biologische Reaktion unseres Körpers auf innere oder äussere Reize. Doch im zweiten Moment liegt unsere Chance: Wir können lernen, sie bewusst zu lenken.
Resilienz bedeutet, diesen zweiten Moment zu nutzen. Wenn wir Emotionen verstehen und bewusst bewerten, geben wir uns selbst die Möglichkeit, aktiv zu entscheiden, wie wir uns fühlen wollen.
➡ Ein Beispiel: Herzklopfen kann sowohl Panik als auch Vorfreude bedeuten – je nachdem, wie wir es bewerten. Wer sich dieser Wahlmöglichkeit bewusst ist, kann seine emotionale Reaktion gezielt lenken.
Blockaden spielen hier eine zentrale Rolle. Wenn unbewusste Blockaden Emotionen verzerren oder uns unbewusst steuern, wird es schwer, Kontrolle über die eigene Gefühlswelt zu erlangen. Die Lösung? Blockaden erkennen und auflösen.
Mein persönlicher Umgang mit Emotionen & Resilienz
Früher hatte ich viel Angst – sie konnte mich völlig blockieren. Heute ist sie ein integraler Bestandteil meines Systems, eine gute "Mitarbeiterin" meines Systems. Ich sehe Angst nicht mehr als Bedrohung, sondern als Wegweiser und Schutzmechanismus. Wenn sie auftaucht, frage ich sie: Was brauchst du? Was wisst du mir zeigen? Diese Ansicht und bewusste Auseinandersetzung nimmt ihr das Negative.
Auch Freude war für mich ein schwieriges Gefühl. Als Kind habe ich mich oft auf etwas gefreut – nur um dann enttäuscht zu werden. Das führte dazu, dass ich Freude irgendwann aufgab, um mich vor Enttäuschungen zu schützen. Heute ist das zum Glück anders: Freude ist eine meiner grössten Kraftquellen. Sie ist tief in mir verankert, ein stabiler Zustand, den ich bewusst kultiviere.
Emotionen lenken – aber nicht unterdrücken
Emotionen zu lenken bedeutet nicht, sie zu unterdrücken. Vielmehr geht es darum:
Sie bewusst wahrzunehmen und zu akzeptieren. Sich Emotionen zuzumuten und sie als Teil des eigenen Erlebens anzunehmen.
Die Bewertung bewusst zu wählen. Emotionen sind da – aber welches Gefühl daraus entsteht, liegt in unserer Entscheidung.
Blockaden zu lösen, die diesen Prozess erschweren. Wer alte Muster und Blockaden auflöst, kann seine Emotionen freier erleben und besser steuern.
Disziplin spielt hier eine entscheidende Rolle – nicht im Sinne von Kontrolle, sondern als bewusste Übung. Die einzige Disziplin, die sich wirklich lohnt, ist die Disziplin über die eigenen Gedanken.
Resilienz in emotional herausfordernden Situationen
Wenn es wirklich schwierig wird, wenn Emotionen überwältigend scheinen, gibt es eine Wahl: Sich von ihnen mitreissen lassen oder sich innerlich aufbäumen. Ich kenne beides. Doch in den herausforderndsten Momenten meines Lebens war meine innere Stärke immer am grössten. Ich glaube, ich bin einfach so.
Der Schlüssel? Hineingehen, nicht wegschieben.
Innezuhalten, hineinzuhorchen, das Gefühl zuzulassen.
Nicht davor weglaufen, sondern fragen: Was bist du? Was brauchst du?
Sich selbst ernst nehmen, anstatt Emotionen zu verdrängen.
Nicht jede Emotion verlangt eine sofortige Lösung – manchmal reicht es, sie einfach wahrzunehmen und anzuerkennen.

🧠 Ein Neuron im limbischen System erzählt
"Hallo, ich bin Neuri – ein Neuron mitten im limbischen System! Hier geht es hoch her – wir sind das Zentrum für Emotionen! Jeden Tag jagen Signale durch unsere Netzwerke: Freude, Wut, Angst, Überraschung – alles in Bruchteilen von Sekunden.
Wenn du plötzlich Herzklopfen bekommst, weil eine Erinnerung hochkommt, dann bin ich einer der Ersten, die feuern. Mein Job ist es, Informationen aus alten Erfahrungen zu holen und an andere Gehirnregionen weiterzuleiten. Manchmal geht das gut – und manchmal drehen wir hier richtig auf (und auch mal durch!). Wenn deine Emotion dich überwältigt, liegt es daran, dass wir Neuronen gerade voll in den Erinnerungsmodus schalten.
Aber weisst du was? Wenn du bewusst mit uns arbeitest, können wir lernen, anders zu feuern. Du kannst uns trainieren! Je öfter du eine Emotion bewusst bewertest und umlenkst, desto stärker wird diese neue Verbindung.
Also, wenn das nächste Mal eine Emotion hochschiesst, denk daran: Wir sind die Boten. Du bist derjenige, der entscheidet, welche Bedeutung du uns gibst. 😉"
Fazit: Deine Emotionen als Kraftquelle nutzen
Emotionen sind nicht unsere Feinde – sie sind Werkzeuge. Wer sie versteht, wer erkennt, dass Gefühle aus einer bewussten Bewertung entstehen, hat einen entscheidenden Vorteil: die Freiheit, sie zu lenken, anstatt von ihnen geleitet zu werden.
💡 Welche Emotion möchtest du als deine nächste Kraftquelle entdecken?